FAQ

Frage: Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Antwort: Ich hatte schon mit zwölf den Traum, Schriftstellerin zu werden. Anstoß war das  Jugendbuch "Harriet, Spionage aller Art" von Louise Fitzhugh. Darin geht es um ein Mädchen, das all seine Gedanken in einer Art Notizheft festhält. Das habe ich dann auch getan, obwohl ich damals nicht ernsthaft in Erwägung gezogen habe, das Schreiben zum Beruf zu machen. Im Anschluss an mein Germanistik- und Romanistikstudium bin ich nicht wie geplant Lehrerin geworden, sondern auf eine Journalistenschule gegangen und habe danach auch eine Weile für verschiedene Zeitungen im Bereich Kultur geschrieben. Eine interessante Arbeit – aber für mich nicht das Richtige. Eigene Figuren zum Leben zu erwecken und eine ganz neue Welt zu kreieren, finde ich letztlich spannender ...


F: Über welche Themen schreiben Sie am liebsten?

A: Mich interessieren realistische Geschichten, die im Hier und Jetzt spielen und unsere Wirklichkeit in ihrer Vielschichtigkeit  widerspiegeln. Schwerpunktthemen meiner Romane sind Liebe, Freundschaft und Familie, Pubertät, Abnabelung vom Elternhaus und Identitätsfindung, darüber hinaus Problemthemen wie Magersucht, sexuelle Gewalt, Kaufsucht etc. ...


F: Wie kommen Sie auf die Ideen für Ihre Bücher?

A: Eigentlich durch alles, was ich erlebe. Das kann eine exotische Urlaubsreise sein, aber auch der täglich Gang in den Supermarkt bietet bisweilen Stoff für neue Geschichten. Darüber hinaus sind natürlich auch die Medien  (Presse, Fernsehen, Internet) für Anregungen immer gut.


F: Sind Ihre Bücher biographisch?

A: Nein. Die Figuren und Geschichten sind fiktiv. Allerdings ... Wer mich kennt, wird merken, dass Erlebtes (und sei es nur die Vorliebe für eine spezielle Schokolade) immer mit einfließt.


F: Wie entsteht ein Buch?

A: Am Anfang steht eine Grundidee. An dieser Idee feile ich eine Weile, ich verwerfe Aspekte, neue kommen hinzu, außerdem verbringe ich viel Zeit mit Recherchen. Wenn genügend Material vorliegt, erarbeite ich ein Exposé, in dem ich die Charaktere festlege und den Plot strukturiere. Erst danach beginne ich mit dem eigentlichen Schreiben.


F: Wie lange brauchen Sie für ein Buch?

A: Für ein Jugendbuch mit einem Seitenumfang von 160 Seiten zirka drei bis sechs Monate. Für ein Erwachsenenbuch mit knapp 300 Seiten ein Jahr und länger.


F: Was machen Sie, wenn Sie eine Schreibblockade haben?

A: Ich kenne keine Schreibblockaden. Manchmal habe ich keine Lust zu schreiben oder mir fällt auf Anhieb nichts Großartiges ein, aber dann mache ich aus der Not eine Tugend und tippe erst mal etwas weniger Großartiges in den Computer. Umarbeiten kann ich immer noch!


F: Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?

A: In der Regel beginne ich morgens um neun Uhr mit der Arbeit. Am Anfang steht die Überarbeitung der Seiten, die ich am Vortag geschrieben habe, erst dann beginne ich mit der eigentlichen Schreibarbeit. An guten Tagen schaffe ich fünf Seiten, an schlechten, an denen ich zu lange mit Lektorinnen, Dramaturgen und/oder Freundinnen telefoniere, weniger.
Ist das Buch einmal runtergeschrieben, beginnt die sehr intensive Arbeit des Korrigierens, Umstellens und Neuschreibens. Oftmals überarbeite ich einen Roman bis zu dreimal, bevor ich ihn aus den Händen gebe.


F: Für welche Zielgruppe schreiben Sie hauptsächlich?

A. Für Jugendliche im Alter zwischen 11 und 17.


F: Schreiben Sie neben diesen Jugendbüchern auch noch etwas anderes?

A: Ja. Zum einen Romane für Erwachsene, zum anderen Drehbücher fürs deutsche Fernsehen. Unter anderem habe ich für Lindenstraße, Alphateam, fabrixx, Marienhof und Verliebt in Berlin geschrieben.


F: Was macht Ihnen mehr Spaß, Roman oder Drehbuch?

A: Romane zu schreiben ist etwas ganz Besonderes, da man seine eigenen Ideen zu 99% umsetzen kann. Als Drehbuchautorin arbeitet man im Team, was als Ergänzung zu dem einsiedlerischen Dasein  einer Romanautorin zeitweise sehr erfrischend ist. Inhaltlich muss man allerdings Abstriche machen und darf vor allem nicht eitel sein, wenn die Drehbücher noch mehrfach verändert werden.


F: Haben Sie ein Lieblingsbuch?

A: Nein, aber ich habe LieblingsschriftstellerInnen. Dazu gehören z.B. Norma Klein, Paula Danziger, Borger & Straub, Beate Teresa Hanika, Andrea di Carlo, Raymond Carver und John Updike.


F: Würden Sie gerne noch einen anderen Beruf ausüben?

A: Nein. Schreiben bedeutet mir alles.